PGC_Review: Sea of Solitude

PGC_Review: Sea of Solitude

Indie Games sind hip, Indie Games sind die Hipster der Gamingbranche … Immer möglichst nicht Mainstream, möglichst mit einem Thema, möglichst eigenem und außergewöhnlichem Grafikstil…
Auch der jüngste Spross der IndieSparte EA-Originals ist hier keine Ausnahme.


Sea of Solitude ist ein IndieHipster.

Das meine ich nicht despektierlich, im Gegenteil.
Das Spiel ist in einer der hipsten Städte Deutschlands entstanden und es verkörpert alle oben beschriebenen Attribute.
Die Mädels und Jungs vom Berliner Studio Jo-Mei könntet Ihr noch vom sympatischen Auftritt auf der EA Pressekonferenz bei der E3 2018 kennen.
Hier noch einmal das Video.


Allein durch das Thema des Spieles hebt es sich schon deutlich ab, von den Genrekollegen.
Die Themen Depressionen, Einsamkeit und Ängste wurde zwar schon des öfteren von der Branche aufgenommen, aber so wie in Sea of Solitude habe ich es noch nicht gesehen/gespielt.
Es ist in gewisserweise eine Reise durch ein Märchen für Erwachsene der heutigen Stresszeit.

An einigen Ort erinnert es auch an Limbo

Ihr spielt die Geschichte von Kay, eine kleines Monstermädchen, die nicht genau weiß wo sie ist, was diese großen Monster von Ihr wollen und nun versucht herauszufinden, was genau passiert ist.
Dies tut Ihr in einer überfluteten postapokalyptischen Welt, die an Berlin erinnert. Ziel ist es eure Gefühlwelt zu ordnen und die Welt von dunkeln Monstern (Selbstzweifeln) zu besiegen. In dieser Welt seid Ihr meist allein unterwegs und versucht nicht von den dunklen Monstern geschnappt zu werden.
Ich werde hier bewusst nicht ins Detail gehen, denn wie ich später noch ausführe sollte man das Spiel ohne viel Zusatzinfos spielen.
Spoiler müsst Ihr also nicht erwarten.

Die Spielwelt und der Grafikstil erinnert an Spiele wie Rime, Witness und Journey. Schön comicartig mit einer guten Portion Kunst. So muss ein Indiespiel im 2019 aussehen.
Der Hauptansatz des Spiels ist jedoch weniger die Mechanik und sondern mehr die Story. Diese finde ich wirklich gelungen, aber auch mit Schwächen. Ins Gewicht fallen diese jedoch nicht wirklich, wenn man diese nicht vorher schon einmal gelesen oder in einem Let´s Play unter die Nase gerieben bekommen hätte.
Daher lasse ich es direkt, bevor ich noch böse Nachrichten bekommen.
Ich kann euch aber sagen, es gab Momente die mich von der Gefühlslage her, schon deutlich mitnahmen. Ähnlich wie kürzlich erst What remains of Edith Finch, jedoch lange nicht so hart.

Wie aufmerksame Leser bereits bemerkt haben könnten, habe einen sweetspot in mir, für diese Spiel.
Nicht weil ich es testen durfte oder ähnliches.
Nein, ich mag Spiele, die auch mal was erzählen möchten, die eventuell auch zu denken anregen.
Diese Spiele sind selten perfekt und haben auch manchmal krasse Fehler, aber Sie machen beim spielen etwas mit mir.

Sea of Solitude ist auch so ein Spiel.
Die Sprachausgabe ist wirklich gewöhnungsbedürftig, die Steuerung ist nicht immer super knackig und die Kamera war nicht immer meiner Meinung.
Aber nach knapp 6,5 bis 7 Stunden konnte ich doch zufrieden einen Haken an das Spiel machen.
Ich wurde nicht enttäuscht und hoffe Cornelia Geppert zaubert noch einige Spiele dieser Art mit Ihrem Team von Jo-Mei.

Sea of Solitude könnt Ihr im Playstation-Store für schlanke 19,99€ ergattern,
hier gibt es also auch wenig zu meckern. Meine Kaufempfehlung habt Ihr.

Gruß Mic